Willkommen in Tovo
Traumferien an der italienischen Riviera

20 Jahre Tovo



20 Jahre Tovo

Am 12. April 1995 bin ich nach Tovo umgezogen. Herbie löste noch unseren gemeinsamen Haushalt in der Schweiz auf, verkaufte die Eigentumswohnung und ist anfangs Oktober ebenfalls hier angekommen. Dieses Datum, das Jubiläum und die vielen interessanten Fragen, wie hier in Tovo alles angefangen hat, haben mich dazu gebracht, einmal die Geschichte aufzuschreiben.

Ein Arbeitskollege hat Herbie einmal empfohlen, an die Riviera dei Fiori zu fahren. Da sei das Wetter Ende September, anfangs Oktober immer noch sehr schön und warm. So haben wir unseren Land-Rover und den Postanhänger gepackt und sind einfach los gefahren. Bereits am Vierwaldstättersee hat es dermassen geregnet und gestürmt, dass der Wind die Gischt über die Ufer wehte. Unsere Hoffnung, dass es nach dem Gotthard bestimmt besser wird, hat sich leider nicht erfüllt. Auf der Poebene mussten wir sogar einmal unter einer Brücke anhalten, weil die Scheibenwischer mit der grossen Wassermenge überfordert waren.

Als Teenie war ich mit meinen Eltern einmal in den Ferien in Alassio gewesen und so sind wir dort von der Autobahn runter gefahren.
Wir wurden schwer enttäuscht. Die Campingplätze waren entweder schon geschlossen oder standen schlicht und einfach knöcheltief unter Wasser. Wir fuhren weiter und als wir in San Bartolomeo al Mare ankamen, beschlossen wir, in die Berge zu fahren, weil wir angenommen hatten, dass dort das Wasser ja ablaufen muss. Gesagt getan, die nächste Strasse rechts führte uns Richtung Villa Faraldi.

Die Strassen waren anfangs ziemlich breit und so dachten wir, dass es in dieser Richtung irgendwas geben müsste. Nach vielen, wirklich vielen Kurven fanden wir das Dorf Villa Faraldi, fuhren dann weiter und die Strasse wurde plötzlich schmaler und noch kurviger. In Tovetto beschlossen wir, die nächste Möglichkeit zum Wenden zu nutzen. Diese ergab sich dann auf der Piazza von Tovo. Dort standen die parkierten Autos. Es war nicht möglich, kurz zu wenden. Wir mussten den Hänger abhängen und von Hand wenden. Dabei entdeckte Herbie eine alte verrostete Blechtafel auf der „Bar – Ristorante La Campagnola“ stand.

Es war Zeit zum Mittagessen und wir hatten keine Lust auf Sandwichs. So nahmen wir den Schirm und den Hund und machten uns auf die Suche nach dem Restaurant. Die Tafel war so alt, dass ich eigentlich nicht glaubte, ein geöffnetes Lokal vorzufinden. Zum Glück irrte ich mich und wir wurden samt unserem Tasso sehr herzlich empfangen und verköstigt. Nach einigen Gläsern Rotwein und feinem Grappa haben wir uns entschlossen, nicht mehr weiter zu fahren. Angelo, der Wirt bewaffnete sich mit Regenmantel und Schirm, um uns einen Platz zum campen zu zeigen. Bei strömendem Regen stellten wir das Vorzelt auf und gingen dann auch bald ins Bett. Am nächsten Morgen schälten wir uns aus den Federn und konnten feststellen, dass wir einen Superplatz gefunden hatten. Am Abend zuvor konnten wir im dichten Nebel und stetigem Regen nicht sehen, wo wir gelandet waren.

Uns begrüsste bei strahlendem Sonnenschein ein fantastischer Blick aufs Meer und auf das Dorf Villa Faraldi. Gleich nebenan hatten Basler ein grosses, schönes Haus. Sie bestätigten uns, dass wir auf diesem Platz bleiben können und es begann eine immer noch andauernde herzliche Freundschaft. Bei einem gemeinsamen Abendessen in Villa Faraldi erwähnte Herbie, dass wir in einem Dorf wie Tovo gerne unser Alter verbringen würden. Prompt beschrieben sie uns ein Haus mit Umschwung, das in Tovo noch zu haben sei. Schon am nächsten Tag erkundete Herbie das Haus und vereinbarte einen Termin zur Besichtigung. So gingen wir am Nachmittag gemeinsam mit den Besitzern zum Grundstück und meine Italienischkenntnisse erwiesen sich einmal mehr als wertvoll. Es war ein altes Bauernhaus, das schon seit 14 Jahren leer stand und es gefiel uns sehr gut. Die Aussicht war einfach phänomenal. Drei Wochen später waren wir wieder zu Hause und entschlossen uns, gemeinsam mit meinen Eltern, meiner Schwester und ihrem Mann das Anwesen zu erwerben. Am 4. Dezember 1987 wurden die Verträge unterschrieben und eine lange und arbeitsreiche Geschichte begann.

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